Durch die Krankheit habe ich begriffen, wie wertvoll das Leben ist, und wenn ich es jemals vergessen sollte, dann werden mich immer die Narben daran erinnern. Fotos von früher, die ich vor der Operation noch gemacht habe, sind schön, die finde ich in Ordnung so. Aber wenn ich mich heute im Spiegel angucke, denke ich: Auf den Fotos fehlt irgendwas. Also, es ist nicht so, dass ich mir die Narben wünsche, aber alles, was damit zusammenhängt, war und ist eben sehr wichtig. Also die ganzen Erfahrungen, die ganzen Gespräche, nächtelange Diskussionen, die definieren sich auch über die Narben. Und was ganz wichtig war, ist auch die Erfahrung, dass ich das nicht verstecken will, um andere zu schützen. Ich will nicht um jeden Preis provozieren, aber ich muss mich nicht verstecken, um die anderen zu schützen, damit die das nicht sehen.
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Es ist ein sehr wichtiges Moment für mich, sterblich geworden zu sein und damit dem Thema Tod und Sterben zu begegnen. Meinem Ende zu begegnen in der Mitte meines Lebens, das hat einschneidende Folgen. Das Sterblich Geworden-Sein ist dann sozusagen der Einstieg in die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben. Und das ist ein sehr, sehr guter Prozess, weil dadurch die Verantwortlichkeit, hier und jetzt in dieser Kultur zu leben, sehr verstärkt wird bei mir. Das heißt, ich möchte, dass ich keine Nahrung zu mir nehme, die Schadstoffe beinhaltet. Nicht, dass das Auto mir seine Abgase ins Gesicht pustet, weil ich weiß, dass sich das in meinem Brustfettgewebe ablagert. Und das hat bei mir verursacht, verantwortlich mit mir und der Umwelt umzugehen und für den Rest meines Lebens Verantwortung für die Themen Ökologie und gesundes Leben wahrzunehmen.
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