Forum - Chat - Impressum

Home
Brustkrebs
Früherkennung
Therapie
Nachsorge
Kliniken
BK in den Medien
Erfahrungen
Angehörige
Links


Beratung
Rückblick
Kunstprojekte
Kunstprojekte
Unsere Arbeit wird aktiv von 2 Künstlerinnen unterstützt. Zum einen trägt Katharina Mouratidi mit ihren Plakataktionen und Ausstellungen zur Enttabuisierung des Themas Brustkrebs bei. Zum anderen hat Sidely de Lucca unsere Demonstrationen lautstark mit ihren Trommlerinnen begleitet und so für Aufmerksamkeit gesorgt.

"...also ich denk´ jetzt nicht, ich hab´ was Weibliches verloren" Brustkrebs - Porträts betroffener Frauen
Eine Fotoarbeit von Katharina Mouratidi


© Katharina Mouratidi

© Katharina Mouratidi

Durch die Krankheit habe ich begriffen, wie wertvoll das Leben ist, und wenn ich es jemals vergessen sollte, dann werden mich immer die Narben daran erinnern. Fotos von früher, die ich vor der Operation noch gemacht habe, sind schön, die finde ich in Ordnung so. Aber wenn ich mich heute im Spiegel angucke, denke ich: Auf den Fotos fehlt irgendwas. Also, es ist nicht so, dass ich mir die Narben wünsche, aber alles, was damit zusammenhängt, war und ist eben sehr wichtig. Also die ganzen Erfahrungen, die ganzen Gespräche, nächtelange Diskussionen, die definieren sich auch über die Narben. Und was ganz wichtig war, ist auch die Erfahrung, dass ich das nicht verstecken will, um andere zu schützen. Ich will nicht um jeden Preis provozieren, aber ich muss mich nicht verstecken, um die anderen zu schützen, damit die das nicht sehen.
Es ist ein sehr wichtiges Moment für mich, sterblich geworden zu sein und damit dem Thema Tod und Sterben zu begegnen. Meinem Ende zu begegnen in der Mitte meines Lebens, das hat einschneidende Folgen. Das Sterblich Geworden-Sein ist dann sozusagen der Einstieg in die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben. Und das ist ein sehr, sehr guter Prozess, weil dadurch die Verantwortlichkeit, hier und jetzt in dieser Kultur zu leben, sehr verstärkt wird bei mir. Das heißt, ich möchte, dass ich keine Nahrung zu mir nehme, die Schadstoffe beinhaltet. Nicht, dass das Auto mir seine Abgase ins Gesicht pustet, weil ich weiß, dass sich das in meinem Brustfettgewebe ablagert. Und das hat bei mir verursacht, verantwortlich mit mir und der Umwelt umzugehen und für den Rest meines Lebens Verantwortung für die Themen Ökologie und gesundes Leben wahrzunehmen.
Die Ausstellung besteht aus 17 großformatigen Fototafeln. Seit ihrer Eröffnung im Oktober 1999 im Rathaus Schöneberg in Berlin wurde sie in zahlreichen Städten in der Bundesrepublik und im europäischen Ausland mit Erfolg gezeigt. Einige Stationen waren bis jetzt Barcelona, Bonn, Coburg, Dresden, Göttingen, Hannover, Mahón (Menorca).Zur Arbeit ist ein Katalog erschienen. Er kann zum Preis von 10.- Euro zzgl. Versand über die Brustkrebs - Initiative e.V. bezogen werden (2.5 Euro gehen davon als Spende an die BKI).


"Brustkrebs" Eine Plakat- und Postkartenaktion von Katharina Mouratidi

© Katharina Mouratidi
Diese Plakate waren vom 17.10.2000 bis zum 24.10.2000 in 90 Berliner U-Bahnhöfen zu sehen (Originalgröße 1.75 m x 1.18 m). Die Aktion wurde am 17.10.2000 in Anwesenheit der Künstlerin direkt auf dem U-Bahnhof Berlin - Alexanderplatz feierlich eröffnet. Parallel zu der Plakat- und Postkartenaktion fotografierte K. Mouratidi eine 22teilige Serie von Halbakten betroffener Frauen.

© Katharina Mouratidi


nach oben

Trommelprojekt - Integration von Brustkrebs betroffener und nicht betroffener Frauen von Sidely de Lucca

Seit 1999 arbeitet die brasilianische Musikerin Sidely de Lucca mit der BKI zusammen. Ihr Motto ist "Brustkrebs geht uns alle an". Um dieses Motto öffentlich hörbar zu machen, nahm sie 1999 am Christopher Street Day in Berlin gemeinsam mit der BKI und einer Gruppe von acht Trommlerinnen teil. Am folgenden CSD 2000 waren es bereits 18 Trommlerinnen und eine Performance-Künstlerin. Mit Hilfe der Trommel-Musik können brustkrebsbetroffene Frauen, die häufig nach ihrer Operation dazu tendieren, sich zu isolieren und sich zu verstecken, sich selbst entdecken und sich lebendig fühlen. Ihre Ängste und Unsicherheiten können so abgebaut werden. Die Musik hilft ihnen, ihre Lebensfreude zu wecken, stärkt ihr Selbstwertgefühl: "Du bist laut, Du bist präsent, und die Musik bietet Dir die Möglichkeit - im übertragenen Sinne - einen neuen Rhythmus zu finden."

Für die Vorbereitung der Brustkrebs-Demonstration am 21. Oktober 2000 bot Sidely de Lucca wöchentlich ein Trommel-Treffen für alle Interessierten an. Sie komponierte eigens für diesen Anlass ein Trommel-Stück: vielstimmige Rhythmus-Figuren werden auf brasilianischen und afrikanischen Trommeln, Rasseln und Glocken in einer Art "Gespräch " zwischen allen Teilnehmerinnen gespielt. Der "Lebensrhythmus" wird abrupt unterbrochen. Dieser Bruch wird in der Musik durch einen plötzlichen Break dargestellt.Es erinnert beinahe an einen Trauermarsch, wenn alle Trommlerinnen gemeinsam 8 mal einen langen Klang spielen, der zwischen langen Pausen erklingt. Die Stille nach den bis dahin lebendigen und fröhlichen Rhythmen symbolisiert das Herausreißen aus dem alltäglichen Rhythmus durch die Krankheit. Das Stück entwickelt sich weiter mit einer Steigerung von Trommelschlägen, die sich durch zwei Gruppen mehr und mehr verdichten und sich annähern, bis sich alle in ihrem Rhythmus "wiederfinden"...Also leben wir weiter... Betroffene sollen die Möglichkeit bekommen, aus ihrer Isolation auszubrechen, sich spüren können, Lebensfreude in sich wecken, Kontakt zu anderen Frauen haben und aktiv sein. Dafür möchte sich Sidely de Lucca engagieren und weiter mit diesen Frauen trommeln.

Aus diesen Treffen entstand eine Gruppe von über 70 Trommlerinnen, die sich durch ihre Musik für die Thematik Brustkrebs einsetzen. Zum Auftakt für die Demo spielte die Gruppe am 14. Oktober 2000 auf zwei Märkten in Berlin - auf dem Winterfeldt- und dem Käthe-Kollwitz-Platz - und wurde vom Publikum sehr gut aufgenommen. Auch die zweite bundesweite Demonstration in Berlin 2001 begleitete Sidely de Lucca mit ihren Trommlerinnen erfolgreich.


© Katharina Mouratidi
nach oben