Krebs ist eine ganz unterschiedliche Erkrankung, die aber als gemeinsame Ursache ein
unkontrolliertes Zellwachstum in Organen oder Körpergeweben meint.
Diese unkontrolliert wachsenden Zellen können auf ein Organ, dessen Gewebe sie dann nach und nach zerstören, lokalisiert bleiben. Sie können aber auch über Blut - und Lymphwege in andere Regionen des Körpers gelangen und dort Absiedlungen =
Metastasen mit weiterer Gewebszerstörung verursachen.
Warum Zellen im Körper außer Kontrolle geraten, war, ist und wird weiterhin Gegenstand der Forschung bleiben. Warum nun bei einem Individuum diese Zellen wenig und beim anderen mehr Zerstörung anrichten, ist noch nicht genau erforscht. Was man unterdessen weiß, ist folgende Tatsache: Jeder Organismus muss sich irgendwann einmal mit Krebszellen auseinander setzen. Der eine erkrankt, d.h. die Zellen vermehren sich und zerstören gesunde Körperstruktur, der andere bleibt gesund, d.h. der Körper zerstört in Eigenregie diese Tumorzellen und es kommt nicht zur Erkrankung.
Etwa 75% der Brust-Tumore sind gutartig. Das Wort
"Tumor" kommt aus dem Lateinischen und heißt "Geschwulst" - egal, ob diese gut- oder bösartig ist.
Die Ursachenforschung ist leider noch nicht allzu weit gediehen, einige anerkannte
Brustkrebsursachen sind:
Genetische Einflüsse:
6-10% der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, kommen aus sogenannten Risikofamilien, d.h. sie haben die Brustkrebsgene
BRCA -1 und -2., BRCA steht dabei für das englische Wort breast cancer = Brustkrebs. Typisch ist, dass die Erkrankung in diesen Familien bei mehreren Familienmitgliedern (auch Männern) auftritt, vor allem schon in relativ jungen Jahren, d.h. vor dem 40./50. Lebensjahr. Oft sind beide Brüste betroffen und die Frauen aus solchen Familien haben ein sehr hohes Risiko (ca. 80%), im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs oder auch an Eierstockskrebs zu erkranken, welches bei BRCA - 1 noch größer ist als bei BRCA-2.
Ob Gene verändert sind, kann durch laborchemische Untersuchungen nachgewiesen werden, es sind aber auch umfangreiche Untersuchungen und Befragungen der anderen Familienangehörigen erforderlich, um diese
familiäre Disposition zu erarbeiten. Es gibt spezielle
Beratungszentren für familiären Brustkrebs‚ die sich um die Betreuung dieser Risikofamilien kümmern. In diesen Zentren müssen verschiedenste Fachdisziplinen zusammenarbeiten: Gynäkologlnnen, Genetikerlnnen, Psychologlnnen, damit diese Familien richtig betreut werden.
Wichtige Kriterien für ein erhöhtes Risiko sind:
- Eine Frau in der Familie ist vor dem 40. Lebensjahr oder früher an Brust- und Eierstockskrebs erkrankt.
- Eine Frau erkrankt an beidseitigem Brustkrebs vor dem 40. Lebensjahr.
- Das Mamma-Carcinom tritt vor dem 30. Lebensjahr auf.
- Eine Frau erkrankt vor dem 40. Lebensjahr an Ovarial-Carcinom.
- Ein männlicher Verwandter erkrankt an Brustkrebs.
Weitere
Risikofaktoren, an Brustkrebs zu erkranken, sind:
- Der Hauptrisikofaktor ist immer noch das Alter: 80% der Frauen erkranken nach dem 50. Lebensjahr, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an.
- ein sehr früher Beginn und ein spätes Ende der Regelblutung, d.h. eine verlängerte "hormonaktive" Zeit
- keine Geburt oder sogenannte späte Erstgeburten; das erste Kind sollte vor dem 30. Lebensjahr geboren werden, um statistisch einen Schutz vor Brustkrebs zu haben
- regelmäßiger Alkohol"genuss" - ab 10 gr. C2H5OH/Tag steigt das Brustkrebsrisiko um ca. 10% an
- lange Hormoneinnahme - Risikoerhöhung nach 5 Jahren 2%, nach 10 Jahren 10% Dieses Risiko wird gerade in den letzten Jahren sehr kontrovers diskutiert.
- Übergewicht steigert das Erkrankungsrisiko - da im Fettgewebe für lange Zeit (auch nach der Menopause) Östrogene als Depot gespeichert werden.
- Fettreiche Ernährung wird ebenfalls als risikoerhöhend angesehen.
- Nachtarbeit: neueste Studien zeigen, dass durch Veränderung der Melatoninausschüttung bei chronischen Nachtarbeiterinnen die Brustkrebshäufigkeit erhöht ist.